Der Kreuzweg auf dem Oermter Berg hat noch eine weitere (15.) Station.
Die 15. Station ist eine moderne Ergänzung ("14+1"), die den Kreuzweg nicht im Tod, sondern mit der Auferstehungshoffnung abschließt.
LK 24,1-12
Am ersten Tag der Woche gingen die Frauen mit den wohlriechenden Salben, die sie zubereitet hatten, in aller Frühe zum Grab. Da sahen sie, dass der Stein vom Grab weggewälzt war; sie gingen hinein, aber den Leichnam Jesu, des Herrn, fanden sie nicht. Und es geschah, während sie darüber ratlos waren, siehe, da traten zwei Männer in leuchtenden Gewändern zu ihnen. Die Frauen erschraken und blickten zu Boden. Die Männer aber sagten zu ihnen: Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, sondern er ist auferstanden. Erinnert euch an das, was er euch gesagt hat, als er noch in Galiläa war: Der Menschensohn muss in die Hände sündiger Menschen ausgeliefert und gekreuzigt werden und am dritten Tag auferstehen. Da erinnerten sie sich an seine Worte. Und sie kehrten vom Grab zurück und berichteten das alles den Elf und allen Übrigen. Es waren Maria von Magdala, Johanna und Maria, die Mutter des Jakobus, und die übrigen Frauen mit ihnen. Sie erzählten es den Aposteln. Doch die Apostel hielten diese Reden für Geschwätz und glaubten ihnen nicht. Petrus aber stand auf und lief zum Grab. Er beugte sich vor, sah aber nur die Leinenbinden. Dann ging er nach Hause, voll Verwunderung über das, was geschehen war.
IMPULS:
Noch einmal sehen wir die treue Sorge der Frauen um den Menschen Jesus. Sie haben schon sein Leid bis unters Kreuz begleitet, nun haben sie sich auf den letzten Dienst vorbereitet, der noch bleibt.
Doch es kommt anders. Ratlos stehen sie vor dem Wunder des leeren Grabes. Ihre Erfahrungen, ihre Zeit mit Jesus haben sie noch nicht genug auf diesen Moment vorbereitet.
Doch sie bleiben dort zum Glück nicht allein: Göttliche Boten in weißen Gewändern sprechen zu ihnen. Und im Gespräch erinnern sich die Frauen an die Worte Jesu, deren Bedeutung sie nun erst erkennen können.
Ist das die Hoffnung, die wir haben dürfen? In aller Not, allem Unverständnis und allen Fragen spricht Gott zu uns. Er will bei uns sein, erklären, helfen. Er will dazugeben, was immer uns noch fehlt, damit wir sein Wort und Leben besser verstehen. Und dann hat sich alles Zuhören, alles Mit-Leiden, alles Schauen auf Jesus wirklich gelohnt.
Kurzes Stille werden
Bin ich mit meinem Leben am Grab Jesu?
Frage ich auch: „Wo ist mein Jesus?“
Jesus hört mich. Er geht dann am Grab auf mich zu. Er zeigt mir seine Wunden und ich erkenne ihn. Ich begegne Jesus, dem Auferstandenen, und ich begegne damit meinem Leben.
Ich erfahre, der, mit dem ich unterwegs war – jetzt auf dem Kreuzweg – der, der gestorben ist, ist auferstanden – es ist kein anderer – es ist ein und derselbe – Christus – er ist auferstanden und lebt!
Ich erlebe: Jesus hat mich nicht enttäuscht! Er hat gehalten, was er mir versprochen hat!
Eines aber tut Maria Magdalena noch und das ist ganz wichtig – sie wendet sich Jesus zu. Sie dreht sich um und sieht ihn dastehen, den Auferstandenen.
Frage: Wende ich mich Jesus zu?
Herr Jesus Christus, stärke unseren Glauben des Ostermorgens, damit aus allem Leid wieder Freude werde, aus aller Niedergeschlagenheit ein neuer Aufbruch, aus allen Kreuzwegen unseres Lebens Wege der Hoffnung werden!
Schenke uns die Freude der Auferstehung, heute und alle Tage, bis du unser Leben vollendest.
GEBETSRUF:
Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich.
Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.