Der Kreuzweg, der auf dem 4,5 Hektar großen Gelände seit Ende der 80er Jahre besteht, beginnt hinter dem „Heiligtum der Weggemeinschaft“ und endet am neuen Tagungshaus.
Der künstlerisch gestaltete „Ahlener Haldenkreuzweg“ mit 14 Stationen aus Cortenstahl ist am 13. April 2019 auf der Osthalde der ehemaligen Zeche Westfalen in Ahlen durch Weihbischof Dr. Stefan Zekorn eingeweiht worden. Die Stelen wurden durch Pater Abraham Fischer OSB in der Klosterschmiede der Benediktinerabtei Königsmünster in Meschede hergestellt. Damit rückt die Stadt Ahlen in die kleine Runde der Städte im Kreis Warendorf auf, deren Kreuzwege Besonderheiten aufweisen. Alle christlichen Gemeinden der Stadt Ahlen, Katholiken, Griechisch- oder Syrisch-Orthodoxe, evangelische oder freikirchliche Christen waren daran beteiligt.
Wir haben von der 1. Vorsitzenden des Förderverein Ahlener Haldenkreuz, Frau Martina Jotzeit, das schriftliche Einverständnis bekommen, die textliche Gestaltung des Ahlener Haldenkreuzweges für unseren Kreuzweg übernehmen zu dürfen.
Hier noch ein Zitat von dem Ahlener Haldenkreuzweg:
Du aber, folge mir nach – unter dieser Überschrift steht der ökumenische Haldenkreuzweg. Es ist ein Satz aus dem Johannesevangelium im 21. Kapitel. Dort wird erzählt, wie Jesus nach seiner Auferstehung den Jüngern erscheint.
Bei dieser Gelegenheit fragt ihn Petrus nach einem bestimmten anderen Jünger: „Der da, was wird aus dem?“ Daraufhin bekommt er von Jesus eine klare Ansage, etwa in diesem Sinne: „Schiele nicht auf den anderen, für ihn habe ich schon gesorgt. Du aber, folge mir nach! Du bist gefragt! Du bist gerufen auf einen Weg, den nur du allein gehen kannst, niemand sonst, kein anderer Mensch.“
Jesus nachfolgen bedeutet auch für uns heute, immer neu auf dieses „du aber“ zu hören, nicht: „die anderen sollen oder müssen“. Du bist gefragt! Du aber geh deinen Weg im Vertrauen auf Jesus Christus! Du aber übernimm die Verantwortung, die er auf dich legt! Du aber folge seinen Spuren auf diesem Kreuzweg, den wir jetzt – verbunden durch seinen Geist – gemeinsam oder müssen“. Du bist gefragt! Du aber geh deinen Weg im Vertrauen auf Jesus Christus! Du aber übernimm die Verantwortung, die er auf dich legt! Du aber folge seinen Spuren auf diesem Kreuzweg, den wir jetzt – verbunden durch seinen Geist – gemeinsam gehen.
Die Fotos der einzelnen Stationen stammen von Franz-Josef Meyer, Emmerich.
Die einzelnen Stationen finden Sie hier: https://www.schoenstatt-niederrhein.de/gottesdienste/kreuzweg
JOH 19,6.13-16
Als die führenden Priester und Gerichtspolizisten ihn sahen, schrien sie im Chor:
„Kreuzigen! Kreuzigen!“ Pilatus sagte zu ihnen: „Nehmt ihn doch und kreuzigt
ihn selbst! Ich finde keinen Grund ihn zu verurteilen“.
Als Pilatus das hörte, ließ er Jesus herausführen. Er setzte sich auf den Richterstuhl an der Stelle, die Stein-pflaster heißt, auf Hebräisch: Gabbata. Es war der Tag vor dem Passafest, etwa zwölf Uhr mittags.
Pilatus sagte zu den anwesenden Juden: „Da habt Ihr Euren König!“ Sie schrien: „Weg mit ihm! Ans Kreuz!“ Pilatus fragte sie: „Euren König soll ich kreuzigen lassen?“ Die führenden Priester antworteten: „Unser einziger König ist der Kaiser in Rom!“ Da lieferte Pilatus ihnen Jesus aus und gab ihn frei zur Kreuzigung.
IMPULS:
Loslassen: Wer über das Leben nachdenkt, stößt unvermeidlich auf die Machtlosigkeit des Menschen. Täglich passieren viele Dinge, denen Du ausgeliefert bist, die Du nicht ändern kannst. Du kannst sie nicht verhindern, ob du viel oder wenig Geld hast, ob du ein einsamer Mensch und viel Kummer hast, oder ob du ein Glückspilz bist, dem im Leben alles gelingt.
Du bist als Mensch ein Verlierer. Du kannst nichts festhalten. Am Ende rinnt dir alles durch die Finger. Du träumst, du planst und baust, du feierst Erfolge. Und auf einmal kommt das Leid, die Enttäuschung, manchmal Unfall, Krankheit und Tod.
Wir alle kennen diese Tragödien, geliebte Menschen zu verlieren, kennen schöne Tage die nie enden sollen. Und musst doch loslassen, musst jeden Abend einen Tag loslassen, ein Leben lang. Doch dann bekommt alles einen Sinn und Ziel: deine Angst, dein Leid, dein Gesundsein und dein Kranksein, dein Leben und dein Sterben. Erst wenn kein Gott da wäre, keine Liebe am anderen Ufer, erst dann wäre alles sinnlos und absurd.
GEBET:
Guter Vater, wie Du die Auslieferung des Pilatus erdulden musstest, so bleibe bei uns, wenn sich unser Leben verändert, und wir unvorhergesehene Wege gehen müssen. Amen.
JOH 19,17
Und Jesus trug selber das Kreuz und ging hinaus zur Stätte, die da heißt Schädelstätte, auf Hebräisch Golgatha.
IMPULS:
Jesus trägt sein Kreuz. Es lastet schwer auf seinen Schultern. Auch wir werden immer wieder niedergedrückt von der Last des Lebens. Wir haben zwar nicht so schwer zu tragen wie Jesus an seinem Kreuz, keinesfalls. Dennoch schleppt jeder und jede von uns Dinge mit sich herum, die schwer auf der Seele lasten, oder die politische Lage schwierig wird: auf der Weltbühne internationale Konflikte, Säbelrasseln bis hin zu Gewalt und Krieg? Wie wird sich das auf unser kleines privates Leben auswirken? Wird ein friedliches Miteinander in Zukunft gelingen?
GEBET:
Lasst uns beten: Herr Jesus Christus, wenn wir Schweres zu tragen haben, wenn Sorgen und Angst uns niederdrücken, dann sei du an unserer Seite. Du bist durch Leiden und Sterben hindurch gedrungen zu neuem, unvergänglichem Leben. Stärke in uns das Vertrauen, dass auch wir nicht im Dunkel bleiben werden, sondern dem Licht entgegengehen. Amen.
JES 53,7:
Er wurde misshandelt und niedergedrückt, aber er tat seinen Mund nicht auf, wie ein Lamm, das man zum Schlachten führt.
IMPULS:
Oft ist es seelische Not, die uns zu Boden reißt. Ich fühle mich überfordert, komme an meine Grenzen, wenn ich versuche, meine Familie zusammen zu halten. Die Kinder sind erwachsen und leben ihr eigenes Leben und ich fühle mich als Mutter nicht mehr gebraucht. Der Ehemann verschließt sich. Kommunikation ist nicht mehr so wichtig. Ja, dann spüre ich eine Last auf meinen Schultern.
GEBET:
Herr Jesus Christus, Du weißt, wie schwer ein Kreuz drücken kann. Lass mich mit Deiner Hilfe immer wieder neue Wege gehen, Familie zu leben, Gemeinsamkeiten zu finden und bereit sein, Fehler einzugestehen und zu verzeihen. Amen.
Seine Mutter bewahrte alles im Leben, wirklich alles, was geschehen war, in ihrem Herzen.
IMPULS:
Unter den vielen Menschen, die am Straßenrand stehen und zuschauen, wie Jesus unter großen Schmerzen das Kreuz zur Hinrichtungsstätte trägt, ist auch seine Mutter Maria. Die Nähe und Liebe seiner Mutter gibt Jesus die Kraft, den schweren Weg weiter zu gehen. Wenn es unerträglich wird, was ich zu tragen habe, dann brauche ich einen Menschen, der ohne Frage zu mir gehört.
GEBET:
Herr Jesus Christus, zeige mir, wo ich heute einem Menschen, der sich mit seiner Last abmüht, helfen und Zuwendung schenken kann. Amen.
MK 15,21
Und sie zwangen einen, der vorüberging, Simon von Cyrene, der vom Feld kam, den Vater des Alexander und des Rufus, dass er ihm das Kreuz trage.
IMPULS:
Die Jünger Jesu, seine engsten Freunde, lassen ihn im Stich, als er seinen Weg zur Kreuzigung antritt. Alle laufen sie davon. Simon von Cyrene aber, ein Ausländer, der Jesus gar nicht kennt, lässt sich für ihn in den Dienst nehmen. Gemeinsam mit ihm trägt er das schwere Kreuz.
GEBET:
Herr Jesus Christus, unter dem Kreuz wirst du mit dem Fremden zu einer Gemeinschaft. Zusammen tragt ihr das Schwere. Auch uns berufst du, gemeinsam mit Fremden Not zu bewältigen. – Jesus, wo wir Anteil nehmen am harten Schicksal der Fremden, der Geflüchteten und Migranten hier mitten unter uns, da tragen wir in deiner Nachfolge das Kreuz mit. Wo wir uns für Fremde engagieren, da erfüllen wir deinen Willen. Gib du uns die Kraft, füreinander da sein. Amen.
Auf dem Kreuzweg begegnen Jesus nicht nur Hass und Gleichgültigkeit. Veronika sieht, wie Jesus leidet unter dem schweren Kreuz. Sie lässt sich anrühren, tritt aus der anonymen Menge heraus und reicht ihm das Schweißtuch.
IMPULS:
Veronika steht für all die Menschen unter uns, die nicht tatenlos zuschauen, wenn andere leiden, sondern aktiv die Not lindern, manchmal mit kleinen Gesten, manchmal mit großartigen Aktionen. Gerade in der gegenwärtigen Krise, aber auch in ganz gewöhnlichen Zeiten engagieren sich Ehrenamtliche für ihre Mitmenschen. Sie kümmern sich um Alte und Kranke, um Benachteiligte und Ausgegrenzte, die dringend Unterstützung brauchen; sie kaufen ein, sie hören zu, sie sind da.
GEBET:
Herr Jesus Christus, Simon von Cyrene half dir, dein Kreuz zu tragen. Auch heute helfen zahlreiche Ehrenamtliche und Hauptamtliche Menschen in Not, ihr schweres Schicksal zu tragen. Sie unterstützen z. B. Geflüchtete, sich in der neuen Heimat zurechtzufinden und die Sprache zu lernen. Doch immer öfter werden solche Flüchtlingshelfer angefeindet, beschimpft und sogar kriminalisiert. Wir bitten dich: Stehe ihnen zur Seite und lass sie nicht mutlos werden. Gib ihnen die Kraft, sich auch in Zukunft tatkräftig für diejenigen einzusetzen, die so dringend unsere Hilfe brauchen. Amen.
KLAGELIEDER 1,14
Sie stiegen mir über den Hals; da brach meine Kraft. Preisgegeben hat mich der Herr, ich kann mich nicht erheben.
IMPULS:
In der heutigen Zeit stoßen viele Menschen an ihre Grenzen, das Leben ist nicht ausgewogen, viele brechen körperlich wie psychisch zusammen. Die Maschinerie in der wir leben kann uns alle krank machen.
GEBET:
Herr Jesus Christus, Du machst uns Mut, dass jenseits von Leid und Tod die neue Welt im Licht Deiner Wahrheit leuchtet. Befreie uns, Deine Menschen und Deine Welt, schon hier dazu und hilf uns, jene aufzurichten, die niedergedrückt werden. Amen.
LK 23,27,28
Es folgte eine große Menschenmenge, darunter auch Frauen, die um ihn klagten und weinten. Jesus wandte sich zu ihnen und sagte: Ihr Frauen von Jerusalem, weint nicht über mich, weint über Euch und Eure Kinder.
IMPULS:
Die Frauen schauen nicht weg, als ihnen Jesus begegnet, der zu Unrecht Verurteilte und Gefolterte. Sie lassen sich anrühren und nehmen Anteil an seinem Schicksal. Ohnmächtig müssen sie das Leiden mitansehen. Aber sie halten stand. Ihre Tränen setzen inmitten der Barbarei ein Zeichen der Mitmenschlichkeit.
GEBET:
Herr Jesus Christus, lass uns nicht wegschauen, wenn Menschen leiden. Gib uns den Mut, Anteil zu nehmen an der Not anderer. Gib uns die Kraft, Ungerechtigkeiten zu ändern, wenn es in unserer Macht liegt. Gib uns das Mitgefühl, mit anderen zu trauern über Leid, das wir nicht ändern können. Bewahre uns vor Verrohung und sozialer Kälte. Sei du bei uns, wenn wir gemeinsam Schweres tragen. Amen.
PSALM 22,7-9
Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, ein Spott der Leute und verachtet vom Volk. Alle, die mich sehen, spotten über mich; sie reißen den Mund auf und schütteln den Kopf: Er soll doch auf den Herrn vertrauen; der soll ihn befreien; der soll ihn retten, er hat ja Lust an ihm!
IMPULS:
Schaut genau hin! Unsere Demokratie wird zu Boden gedrückt. Leider wird heute wieder versucht, auf dem Nährboden von Egoismus und Rassismus die Gesellschaft zu spalten. Wir leben seit über 80 Jahren in Frieden. Wenn wir das auch für unsere Kinder wollen, dass sie in Frieden und Freiheit leben können, müssen wir aufstehen und uns nationalistischen und rassistischen Parolen entgegenstellen.
GEBET:
Herr Jesus Christus, öffne meine Augen und Ohren. Lass mich wachsam sein gegenüber allen nationalistischen, judenfeindlichen und rassistischen Gedanken, Worten und Taten. Amen.
JOH 19,23
Die Soldaten aber, da sie Jesus gekreuzigt hatten, nahmen seine Kleider und machten vier Teile, für jeden Soldaten einen Teil, dazu auch den Rock. Der aber war ungenäht, von oben an gewebt in einem Stück. Da sprachen sie untereinander: Lasst uns den Rock nicht zerteilen, sondern darum losen, wem er gehören soll. So sollte die Schrift erfüllt werden, die sagt: „Sie haben meine Kleider unter sich geteilt und haben über mein Gewand das Los geworfen.“ Das taten die Soldaten.
IMPULS:
Auschwitz – Nie wieder! Menschen wurden abgefertigt und aufgefordert ihre Kleidungsstücke auf den Boden zu legen. Sie standen da: erniedrigt und verstört, nackt und verängstigt. Ihrer Würde beraubt, drängte man sie in Richtung Gaskammer.
GEBET:
Herr Jesus Christus, ich kann vor so viel Grausamkeit nur schweigen und dich um Vergebung bitten. Lass nicht zu, dass in unserem Land so etwas noch einmal geschieht. Amen.
LK 23,33
Und als sie kamen an die Stätte, die da heißt Schädelstätte, kreuzigten sie ihn dort und die Übeltäter mit ihm, einen zur Rechten und einen zur Linken.
IMPULS:
Festgenagelt. Es gibt kein Entrinnen. Keinen Bewegungsspielraum. Noch heute werden Menschen festgenagelt. Auf ihre Vergangenheit. Auf ihre Herkunft. Auf die Fehler, die sie gemacht haben.
GEBET:
Herr Jesus Christus, lass nicht zu, dass wir uns gegenseitig festnageln, auf was auch immer. Sondern hilf uns, anderen Menschen Raum zu geben, damit sie wachsen können. Lass uns Vergangenes vergeben, damit Neues entsteht. Schenke uns das Vertrauen, dass Dein Geist unser Leben verwandelt. Amen.
Als die sechste Stunde kam, brach eine Finsternis über das Land herein. Sie dauerte bis zur neunten Stunde. Und in der neunten Stunde rief Jesus mit lauter Stimme: „Eloï, Eloï, lema sabachtani?“ Das heißt übersetzt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?
Jesus aber schrie laut auf. Dann hauchte er seinen Geist aus. Da riss der Vorhang im Tempel von oben bis unten entzwei.
IMPULS:
Wir wollen einen Moment still werden:
Endet die Geschichte hier?
Kann das Gottes Wille sein? Sein Sohn am Kreuz…. gestorben, den Willen des Vaters erfüllt. Unter dem Kreuz herrscht eine Atmosphäre von Weltuntergangsstimmung, Trauer und Tod. Ein wenig führen wir es uns vor Augen beim Beten des Kreuzweges. Denn er sagte: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“ Jesus hat sich aus Liebe freiwillig für dich und mich hingegeben, bis zum Tod am Kreuz. Er hat den Weg zu Gott unserem Vater frei gemacht. Der Vorhang ist zerrissen.
GEBET:
Jesus, Du bist den schweren Kreuzweg gegangen, Du hast die Schuld der ganzen Welt auf Dich genommen und hast Dein Leben aus
Liebe für uns am Kreuz gelassen, dafür danken wir Dir. Wir beten für alle, die sich von Dir entfernt haben und für die Dein Kreuzweg fremd geworden ist. Amen.
„Sie nahmen Jesus vom Kreuz und legten ihn in den Schoß seiner Mutter“
IMPULS:
Welche Bilder müssen Maria in den Sinn gekommen sein:
Die Flucht und die Strapazen der Schwangerschaft, die unsichere Geburt.
Den fröhlichen spielenden jungen Jesus. Den ausgebüxten unbequemen Jesus in der Synagoge, den Prediger, den Menschenfischer? Es gibt keinen schrecklicheren Schmerz für eine Mutter, als ihr Kind zu verlieren.
GEBET:
Maria, wo das Leid so übermächtig scheint, sei Du bei allen Trauernden, bei allen, die nicht mehr weiterwissen, segne Du Maria alle die mir lieb. Deinen Muttersegen ihnen täglich gib. Deine Mutterhände breit auf alle aus. Segne alle Herzen, segne jedes Haus. Amen.
MK 15,42-47
Und als es schon Abend wurde und weil Rüsttag war, das ist der Tag vor dem Sabbat, kam Josef von Arimathäa, ein angesehener Ratsherr, der auch auf das Reich Gottes wartete; der wagte es und ging hinein zu Pilatus und bat um den Leichnam Jesu. Er überließ Josef den Leichnam. Und der kaufte ein Leinentuch und nahm ihn ab vom Kreuz und wickelte ihn in das Tuch und legte ihn in ein Grab, das war in einen Felsen gehauen, und wälzte einen Stein vor das Grab. Aber Maria Magdalena und Maria, die Mutter des Joses, sahen, wo er hingelegt war.
IMPULS:
Tot – das heißt: Ich bin am Ende
Tot – das heißt: Alles war vergeblich.
Tot – das heißt: Ich werde vergessen
Tot – das heißt: Ich lasse alle Hoffnung fahren.
Wenn du meinst, es geht nicht mehr: Steh auf!
Wenn man dir sagt „es gibt keine andere Möglichkeit“: Steh auf!
Wenn gesagt wird:“ Das musste ja so kommen“: Steh auf!
Wenn du denkst:“ Alles ist sinnlos“: Steh auf!
Wenn du verzweifeln möchtest: Steh auf!
Wenn alles im Alltag zur Routine wird: Steh auf!
Wenn man etwas von dir verlangt, was gegen deine Überzeugung ist: Steh auf!
Wenn Angst dich quält: Steh auf!
Wenn Glaubenszweifel dir zu schaffen machen: Steh auf!
Steh auf, weil du nur einmal lebst
Steh auf, weil es geht, wenn du willst
Steh auf, weil Jesus den Karfreitag besiegt hat
Steh auf, weil Jesus auferstanden ist
Steh auf, weil Gott dein Glück will
Steh auf, weil Ostern schon jetzt beginnt.
Kurzes Stille werden
GEBET:
„Vaterunser“
Der Kreuzweg auf dem Oermter Berg hat noch eine weitere (15.) Station.
Die 15. Station ist eine moderne Ergänzung ("14+1"), die den Kreuzweg nicht im Tod, sondern mit der Auferstehungshoffnung abschließt.
LK 24,1-12
Am ersten Tag der Woche gingen die Frauen mit den wohlriechenden Salben, die sie zubereitet hatten, in aller Frühe zum Grab. Da sahen sie, dass der Stein vom Grab weggewälzt war; sie gingen hinein, aber den Leichnam Jesu, des Herrn, fanden sie nicht. Und es geschah, während sie darüber ratlos waren, siehe, da traten zwei Männer in leuchtenden Gewändern zu ihnen. Die Frauen erschraken und blickten zu Boden. Die Männer aber sagten zu ihnen: Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, sondern er ist auferstanden. Erinnert euch an das, was er euch gesagt hat, als er noch in Galiläa war: Der Menschensohn muss in die Hände sündiger Menschen ausgeliefert und gekreuzigt werden und am dritten Tag auferstehen. Da erinnerten sie sich an seine Worte. Und sie kehrten vom Grab zurück und berichteten das alles den Elf und allen Übrigen. Es waren Maria von Magdala, Johanna und Maria, die Mutter des Jakobus, und die übrigen Frauen mit ihnen. Sie erzählten es den Aposteln. Doch die Apostel hielten diese Reden für Geschwätz und glaubten ihnen nicht. Petrus aber stand auf und lief zum Grab. Er beugte sich vor, sah aber nur die Leinenbinden. Dann ging er nach Hause, voll Verwunderung über das, was geschehen war.
IMPULS:
Noch einmal sehen wir die treue Sorge der Frauen um den Menschen Jesus. Sie haben schon sein Leid bis unters Kreuz begleitet, nun haben sie sich auf den letzten Dienst vorbereitet, der noch bleibt.
Doch es kommt anders. Ratlos stehen sie vor dem Wunder des leeren Grabes. Ihre Erfahrungen, ihre Zeit mit Jesus haben sie noch nicht genug auf diesen Moment vorbereitet.
Doch sie bleiben dort zum Glück nicht allein: Göttliche Boten in weißen Gewändern sprechen zu ihnen. Und im Gespräch erinnern sich die Frauen an die Worte Jesu, deren Bedeutung sie nun erst erkennen können.
Ist das die Hoffnung, die wir haben dürfen? In aller Not, allem Unverständnis und allen Fragen spricht Gott zu uns. Er will bei uns sein, erklären, helfen. Er will dazugeben, was immer uns noch fehlt, damit wir sein Wort und Leben besser verstehen. Und dann hat sich alles Zuhören, alles Mit-Leiden, alles Schauen auf Jesus wirklich gelohnt.
Kurzes Stille werden
Bin ich mit meinem Leben am Grab Jesu?
Frage ich auch: „Wo ist mein Jesus?“
Jesus hört mich. Er geht dann am Grab auf mich zu. Er zeigt mir seine Wunden und ich erkenne ihn. Ich begegne Jesus, dem Auferstandenen, und ich begegne damit meinem Leben.
Ich erfahre, der, mit dem ich unterwegs war – jetzt auf dem Kreuzweg – der, der gestorben ist, ist auferstanden – es ist kein anderer – es ist ein und derselbe – Christus – er ist auferstanden und lebt!
Ich erlebe: Jesus hat mich nicht enttäuscht! Er hat gehalten, was er mir versprochen hat!
Eines aber tut Maria Magdalena noch und das ist ganz wichtig – sie wendet sich Jesus zu. Sie dreht sich um und sieht ihn dastehen, den Auferstandenen.
Frage: Wende ich mich Jesus zu?
Herr Jesus Christus, stärke unseren Glauben des Ostermorgens, damit aus allem Leid wieder Freude werde, aus aller Niedergeschlagenheit ein neuer Aufbruch, aus allen Kreuzwegen unseres Lebens Wege der Hoffnung werden!
Schenke uns die Freude der Auferstehung, heute und alle Tage, bis du unser Leben vollendest.
GEBETSRUF:
Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich.
Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.